Probleme sind zum Wachsen da

"Lebenskunst ist, Problemen nicht auszuweichen, sondern an ihnen zu wachsen."

(Anaximander)

So, wie der Sand aus unserer Hand rieselt, wünschen wir uns bestimmt manches Mal, dass sich die Probleme verflüchtigen.  

Jede erschwerliche Gegebenheit ist eine Herausforderung, an der wir wachsen können.
Jede erschwerliche Gegebenheit ist eine Herausforderung, an der wir wachsen können.

 

Was für ein angenehmer Gedanke, wenn wir unseren Schwierigkeiten entfliehen könnten. Aber wär uns damit tatsächlich geholfen? Für den ersten Moment würde es sich vielleicht erleichternd anfühlen, wenn das bestehende Problem verschwunden wär. Und auf längere Sicht?

 

Im Grunde sind wir uns doch dessen bewusst, dass wir an Hindernissen, die uns herausfordern, wachsen können. Warum tun wir uns dennoch so schwer, sie anzunehmen? Welcher Problemfilm läuft da in uns ab?

 

Wenn Belastungen auf uns zukommen, neigen wir dazu, ihnen lieber ausweichen zu wollen, statt sich ihnen zu stellen. Wir betätigen automatisch einen Knopf, der eine Alarmbereitschaft in uns hervorruft und uns an die mit vorherigen Schwierigkeiten verbundenen Gedanken und Gefühle erinnert. Diese Zeit, in der wir ebenfalls mit Problemen zu kämpfen hatten, ruft Erinnerungen wach, die nicht immer angenehm sind. Und was tun wir dann, wir vermeiden die Konfrontation. Was uns jetzt geboten wird, ist eine erneute Möglichkeit der Annahme einer Lernaufgabe.

 

Wir könnten weiter weglaufen und den Problemen ausweichen, oder wir nutzen die Herausforderung, um uns unseren Themen zu stellen. Mit einem neuen und erweiterten Blick in eine völlig neue Richtung, ebnen wir neue Wege, auf denen wir, suchend nach Lösungen, durch jeden einzelnen Schritt wachsen.

 

Probleme fühlen sich stets unterschiedlich an, haben aber alle eins gemeinsam, sie möchten den Helden in uns wecken, der wir werden können, wenn wir uns der Hindernisse stellen, die es zu überwinden gilt.

 

Egal, wie wir es anstellen, wichtig ist nur eins, dass wir den Mut aufbringen, die Belastung auf uns zu nehmen, um in die damit verbundene Angelegenheit Licht zu bringen. Scheut euch nicht vor Schwierigkeiten, die sich ab und zu auftun, sondern schaut ihnen offen ins Gesicht und wachst an ihnen.

 

  

 

Margit Schadwill

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dieter Helmer (Montag, 17 April 2017 15:51)

    Liebe Margit,
    ich gebe zu, dass auch ich mir oft gewünscht habe, dass sich meine Probleme in Luft auflösen. Im ersten Augenblick wäre dies bestimmt eine Erleichterung, wenn das Problem plötzlich verschwunden wäre.

    Doch wie sieht es damit auf längere Sicht aus? Mir ist zwar auch klar, dass ich an den Herausforderungen, die sich mir in den Weg stellen, wachsen kann. Und warum wünsche ich mir dann, dass sich meine Probleme in Luft auflösen?

    Es liegt in meiner Natur, dass ich grundsätzlich lieber einem Hindernis ausweiche, als mich dem Problem zu stellen. Dies liegt daran, dass mich neue Probleme an die Schwierigkeiten und unangenehmen Gefühle, die ich in früheren Situationen mit Problemen hatte, erinnern. Und diesen unangenehmen Gedanken und Gefühlen gehe ich dann gerne aus dem Weg und vermeide daher die Konfrontation mit dem neuen Problem.

    Durch unsere gemeinsame Wegbegleitung durfte ich allerdings lernen, dass ich nicht länger allen Schwierigkeiten und Hindernissen aus dem Weg gehen darf, wenn ich mich zu dem Menschen weiter entwickeln möchte, der ich in meinem Inneren sein möchte. Wie viele andere Menschen träume auch ich davon, ein Held zu sein, der von den anderen geachtet und bewundert wird.

    Doch ein Held kann ich nur sein, wenn ich mich meinen Problemen und Schwierigkeiten
    stelle und nicht mehr vor ihnen davon laufe. Und da ich den festen Willen habe, mich zu verändern, habe ich meinen Mut zusammen genommen und werde mich den Herausforderungen, die mir auf meinem Weg begegnen, stellen.

    Um mich erfolgreich meinen Problemen und Schwierigkeiten zu stellen, ist es zunächst erforderlich, meinen starren Blickwinkel zu ändern und zu erweitern. Hierdurch wird mir die Gelegenheit gegeben, nach Lösungen für meine Probleme zu suchen und diese auch zu finden.

    Und mit jedem gelösten Problem werde ich selbstbewusster und vertraue auf meine Fähigkeiten. Die gelösten Probleme spornen mich dazu an, dass ich mich auch den neuen und größeren Herausforderungen stelle. Und je mehr Schwierigkeiten ich bewältigen konnte, desto geringer ist meine Angst den immer größeren Herausforderungen zu stellen. Ich wachse also mit jedem gelösten Problem.

    Auch wenn es mich eine große Überwindung gekostet hat, nicht mehr vor meinen Problemen davon zu laufen, so bin ich jetzt über meine Entscheidung sehr froh, dass ich den ersten Schritt getan habe, mich meinen Schwierigkeiten zu stellen.

    Ist der erste Schritt einmal getan, so ergibt sich nach den ersten Erfolgen, das Bedürfnis und der Wille mich auch den folgenden Problemen zu stellen.

    Liebe Grüße

    Dieter