Die Palme mit der schweren Last

"Die Palme mit der schweren Last"


Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei. Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs.

Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt.

Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen.

Wachsen und Gedeihen auf sicherem und in tiefem Boden
Wachsen und Gedeihen auf sicherem und in tiefem Boden

 

Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie zur kräftigsten Palme der Oase heran.

Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie wohl verkrüppelt die Palme gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum.

Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme der Oase zu ihm herunter und sagte:

„Danke für den Stein, den du mir damals in die Krone gelegt hast. Deine Last hat mich stark gemacht!“

Afrikanisches Märchen

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dieter Helmer (Montag, 10 April 2017 20:46)

    Liebe Margit,
    die Geschichte mit der Palme erinnert mich sehr an mich und meine Entwicklung. Ein früherer Kollege, der später mein Chef wurde, konnte es auch nicht verwinden, dass ich wegen meiner freundlichen und hilfsbereiten Art bei vielen Kolleginnen und Kollegen sehr beliebt gewesen bin. Und so schob er mir auch einen schweren Stein in meine Krone, der mich an meinem Vorwärtskommen hinderte. Ich durfte die ganze Arbeit machen und er führte die Besprechungen allein und "Verkaufte" meine Arbeit als seine Leistung. Ich wurde auch nie zu Besprechungen mitgenommen und so fehlte mir dann auch die Übung darin, mich mündlich richtig auszudrücken. Also war ich für eine Führungsposition nicht geeignet. Wie die kleine Palme, war auch ich im Laufe der Jahre immer verzweifelter. Ja, ich zweifelte an mir selbst und redete mir selbst ein, dass ich für eine Führungsposition nicht geeignet sei.

    Doch dann bot sich mir eine Gelegenheit und meine Wurzeln erreichten das Grundwasser. Dies erfolgte dadurch, dass ich mich um eine Führungsposition beworben habe und trotz heftiger Widerstände diese Position letztendlich auch bekommen habe.

    Allerdings war ich durch meine Umwelt und meine Minderwertigkeitsgefühle so geplagt, dass ich mich Anfangs nicht so recht traute, meine Meinung zu sagen und sie auch zu vertreten.

    Dann kam die Sonne in mein Leben. Durch unsere gemeinsame Wegbegleitung blühte ich auf und durfte für mich erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch bin. Seitdem traue ich mich auch meine Meinung zu sagen und ich treffe auch wichtige Entscheidungen.

    Durch den Stein in meiner Krone wurde ich aber auch in meinem Privaten Wachstum sehr eingeschränkt. Da ich diesen Bereich sehr vernachlässigt hatte, habe ich hier noch große Probleme, vor allem mit meinen Ängsten und mit meinen alten Glaubenssätzen, die zum Teil auf meine Erlebnisse in der Kindheit zurück gehen.

    Durch meine Erfolge im Berufsleben und vor allem durch unsere gemeinsame Wegbegleitung, habe ich es auf mich genommen, den Herausforderungen des Lebens entgegen zutreten. Mit dem Loslassen bzw. dem Transformieren von meinen Ängsten und alten Verhaltensmustern wird der Stamm meiner Palme immer stärker. Durch mein Vertrauen in mich werde ich selbstbewusster und wachse immer weiter in die Höhe, der Sonne entgegen. Zwar habe ich noch viele Altlasten zu tragen, die wie ein schwerer Stein auf mir liegen.

    Doch je mehr ich mich mit den Altlasten beschäftige und diese nach und nach abbaue, desto stärker werde ich und die Last des Steins kommt mir zunehmend leichter vor.

    So helfen mir die Altlasten in Form des Steines in meinem Wachstum weiter, in dem ich mich mit meinen positiven Energien gegen die Last des Steines stemme. Und gegen den Widerstand des Steins immer weiter der Sonne entgegen wachse.

    Je näher ich der Sonne komme, desto leichter fühlt sich auch die Last des Steins an. Und genauso ist es mit meinen alten Glaubenssätzen und Gefühlen. Je mehr ich mit mir im Reinen bin, desto kleiner wird die mitgeschleppte Last und ich fühle mich besser und glücklicher.

    Liebe Grüße

    Dieter